Anzuchterde selber machen

Wer seine Pflanzen von Anfang an optimal versorgen möchte, weiß: Die Basis für gesunde und kräftige Pflanzen beginnt bei der richtigen Anzuchterde. Während kommerzielle Produkte oft teuer sind oder Torf enthalten, bietet das Selbermischen der Anzuchterde viele Vorteile. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Zutaten hochwertige Anzuchterde selber machen können – für nachhaltiges Gärtnern und optimale Keimergebnisse.
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Warum Anzuchterde selbst herstellen lohnt
Bevor wir zu den konkreten Rezepten kommen, lohnt ein Blick auf die Vorteile selbstgemachter Anzuchterde. Die Qualität kommerzieller Erden schwankt stark, und viele enthalten problematischen Torf, dessen Abbau Moore und damit wichtige CO₂-Speicher zerstört. Wenn Sie Anzuchterde selber machen, bestimmen Sie genau, was drin ist.
Sie können die Zusammensetzung perfekt auf Ihre Pflanzen abstimmen, vermeiden Schadstoffe und sparen gleichzeitig Geld. Besonders Vielgärtner, die regelmäßig Sämlinge vorziehen, profitieren von selbstgemischten Substraten. Die benötigten Grundzutaten sind zudem meist günstig in größeren Mengen erhältlich und lange haltbar.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Selbstgemischte Anzuchterde kann völlig torffrei sein und schont damit die Umwelt. Mit eigenen Mischungen unterstützen Sie nachhaltige Gartenpraktiken und können genau auf die Bedürfnisse verschiedener Pflanzenarten eingehen. Wer einmal den Unterschied im Pflanzenwachstum erlebt hat, möchte oft nicht mehr zurück zu Fertigprodukten.
Die Grundzutaten für selbstgemachte Anzuchterde
Um hochwertige Anzuchterde selber machen zu können, benötigen Sie einige Grundzutaten, die zusammen ein perfektes Substrat ergeben. Jede Komponente erfüllt dabei bestimmte Funktionen:
Kokoserde bildet eine hervorragende Basis. Sie ist leicht, speichert Wasser gut und enthält natürliche Stoffe, die Pilzbefall vorbeugen. Als nachhaltige Alternative zu Torf hat sie ähnliche Eigenschaften, belastet jedoch nicht die Umwelt. Kokossubstrat wird aus den Fasern der Kokosnussschalen gewonnen und ist ein Nebenprodukt der Kokosnussverarbeitung.
Kompost liefert wichtige Nährstoffe und Mikroorganismen. Für die Anzuchterde sollte er gut abgelagert und fein gesiebt sein. Eigener Gartenkompost ist ideal, da Sie die Qualität kontrollieren können. Achten Sie darauf, dass der Kompost mindestens ein Jahr alt und vollständig zersetzt ist.
Perlit ist ein vulkanisches Gestein, das stark erhitzt wurde und dadurch sehr leicht ist. Es sorgt für Luftigkeit im Substrat und verhindert Verdichtung. Durch seine poröse Struktur kann es Wasser speichern und gleichzeitig für gute Drainage sorgen.
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Vermiculit ähnelt Perlit, kann aber mehr Wasser und auch Nährstoffe speichern. Es verbessert die Bodenstruktur und hilft, ein ausgewogenes Feuchtigkeitsniveau zu halten.
Sand verbessert die Drainage und verhindert Staunässe. Verwenden Sie unbedingt gewaschenen, scharfkantigen Quarzsand – kein Spielsand oder Strandsand, der Salze enthalten kann.
Grundrezepte für selbstgemachte Anzuchterde
Hier finden Sie bewährte Mischungen, um Anzuchterde selber machen zu können. Je nach Pflanzenart können Sie die Verhältnisse leicht anpassen.
Universelle Anzuchterde:
3 Teile Kokoserde
1 Teil gesiebter Kompost
1 Teil Perlit oder Vermiculit
1/2 Teil scharfkantiger Sand
Diese Mischung eignet sich für die meisten Gemüse- und Blumensämlinge. Sie bietet eine gute Balance zwischen Wasserhaltefähigkeit und Drainage.
Leichte Anzuchterde für empfindliche Sämlinge:
4 Teile Kokoserde
1/2 Teil sehr fein gesiebter Kompost
1 Teil Perlit
1/2 Teil Vermiculit
Diese Mischung ist besonders luftig und eignet sich hervorragend für empfindliche Keimlinge wie Salate oder feinsamige Blumen. Der reduzierte Kompostanteil verhindert Pilzbefall bei längeren Keimzeiten.
Nährstoffreiche Anzuchterde für Starkzehrer:
2 Teile Kokoserde
2 Teile gut gereifter Kompost
1 Teil Vermiculit
1/2 Teil Sand
Diese Mischung ist ideal für Pflanzen mit höherem Nährstoffbedarf wie Tomaten, Gurken oder Kürbisse. Der höhere Kompostanteil versorgt die Sämlinge länger mit Nährstoffen.
Alle diese Mischungen können Sie in größeren Mengen vorbereiten und in luftdichten Behältern aufbewahren. So haben Sie immer einsatzbereite Anzuchterde zur Hand, wenn Sie spontan aussäen möchten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anzuchterde selbermachen
Das Anzuchterde selber machen ist einfach, wenn Sie systematisch vorgehen. Hier die praktische Anleitung:
1. Vorbereitung: Legen Sie alle Zutaten bereit und tragen Sie bei staubigen Materialien wie Perlit oder Vermiculit einen Mundschutz. Arbeiten Sie am besten im Freien oder in einem gut belüfteten Raum.
2. Kokoserde vorbereiten: Wenn Sie gepresste Kokosblöcke verwenden, weichen Sie diese nach Packungsanleitung in Wasser ein. Zupfen Sie anschließend größere Faserstücke auseinander.
3. Kompost sieben: Sieben Sie den Kompost durch ein feines Gitter, um Holzstücke und grobe Bestandteile zu entfernen. Für Feinsamiges sollte der Kompost besonders fein sein.
4. Materialien mischen: Geben Sie alle Zutaten gemäß Ihrem gewählten Rezept in einen großen Kübel oder auf eine Plane. Verwenden Sie zum genauen Abmessen einen kleinen Eimer oder eine Schaufel als Maßeinheit.
5. Gründlich vermengen: Mischen Sie alle Bestandteile sehr gründlich mit einer Gartenschaufel oder den Händen (mit Handschuhen). Die Mischung sollte gleichmäßig aussehen, ohne Klumpen oder Nester einzelner Materialien.
6. Feuchtigkeit prüfen: Die fertige Mischung sollte leicht feucht, aber nicht nass sein. Machen Sie die Druckprobe: Drücken Sie etwas Erde in der Hand zusammen – sie sollte einen Ballen bilden, der bei leichtem Druck wieder zerfällt.
7. Lagern oder direkt verwenden: Nutzen Sie die fertige Anzuchterde sofort oder füllen Sie sie in luftdicht verschließbare Behälter für die spätere Verwendung.
Für optimale Ergebnisse sollte die selbstgemachte Anzuchterde vor der Aussaat auf Zimmertemperatur gebracht werden. Kalte Erde verzögert die Keimung vieler Samen erheblich.
Spezielle Anpassungen für verschiedene Pflanzenarten
Eine der großen Vorteile beim Anzuchterde selber machen ist die Möglichkeit, das Substrat an spezifische Pflanzenarten anzupassen:
Für Kräuter: Reduzieren Sie den Kompostanteil und fügen Sie etwas mehr Sand hinzu. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Oregano bevorzugen durchlässigere, nährstoffärmere Substrate. Eine gute Mischung wäre: 3 Teile Kokoserde, 1/2 Teil Kompost, 1 Teil Sand und 1/2 Teil Perlit.
Für Sukkulenten und Kakteen: Diese Pflanzen brauchen sehr durchlässige Substrate. Mischen Sie 2 Teile Kokoserde, 2 Teile groben Sand oder feinen Kies und 1 Teil Perlit. Kompost sollte nur in sehr geringer Menge (maximal 1/4 Teil) zugegeben werden.
Für säureliebende Pflanzen: Pflanzen wie Heidelbeeren, Azaleen oder Rhododendren bevorzugen saure Böden. Fügen Sie der Grundmischung 1/2 Teil Kiefernadeln oder -rinde hinzu, die den pH-Wert senken.
Mit etwas Erfahrung werden Sie bald Ihre eigenen Lieblingsmischungen entwickeln, die perfekt auf Ihre Pflanzen und lokalen Bedingungen abgestimmt sind.
Natürliche Zusätze zur Verbesserung der Anzuchterde
Wer seine selbstgemachte Anzuchterde weiter optimieren möchte, kann einige natürliche Zusätze einarbeiten:
Wurmkompost ist ein hochwertiger natürlicher Dünger, der reich an Mikroorganismen ist. Eine kleine Menge (etwa 10% der Gesamtmischung) kann die Keimung verbessern und Sämlinge widerstandsfähiger machen.
Mykorrhiza-Pilze unterstützen die Wurzelentwicklung und verbessern die Nährstoffaufnahme. Sie sind besonders hilfreich für Pflanzen, die später ins Freiland sollen.
Holzkohlepulver kann in kleinen Mengen (etwa 5% der Mischung) zugegeben werden. Es absorbiert Schadstoffe und fördert nützliche Mikroorganismen. Verwenden Sie nur unbehandelte Holzkohle, keinesfalls Grillbriketts.
Diese Zusätze sind optional, können aber besonders bei anspruchsvollen Kulturen den Unterschied ausmachen. Experimentieren Sie in kleinen Batches, um die optimale Mischung für Ihre spezifischen Bedürfnisse zu finden.
Wie Holger Pötzsch in seinem Artikel Gesunde Pflanzen von Anfang an betont, ist die Qualität des Anzuchtsubstrats entscheidend für den gesamten Lebenszyklus der Pflanze. Eine selbstgemachte, hochwertige Anzuchterde kann einen deutlichen Qualitätsvorsprung bieten.
Problemlösungen und Tipps aus der Praxis
Beim Anzuchterde selber machen können einige typische Herausforderungen auftreten. Hier sind praxiserprobte Lösungen:
Problem: Schimmelbildung auf der Erdoberfläche
Lösung: Erhöhen Sie den Perlit- oder Sandanteil für bessere Luftzirkulation. Eine dünne Schicht feinen Sandes auf der Oberfläche kann Schimmelbildung verhindern.
Problem: Erde verdichtet sich nach mehrmaligem Gießen
Lösung: Fügen Sie mehr strukturgebende Materialien wie Perlit oder groben Sand hinzu. Vermeiden Sie zu starkes Andrücken beim Einfüllen.
Problem: Sämlinge entwickeln sich langsam/zeigen Nährstoffmangel
Lösung: Erhöhen Sie leicht den Kompostanteil oder fügen Sie etwas Wurmkompost hinzu. Für längere Anzuchtphasen können Sie einen schonenden organischen Flüssigdünger in stark verdünnter Form anwenden.
Ein wichtiger Tipp aus der Praxis: Dokumentieren Sie Ihre Mischungen und die Ergebnisse. So können Sie kontinuierlich Verbesserungen vornehmen und entwickeln mit der Zeit Ihre perfekte Anzuchterde. Wie im Artikel Sämlinge erfolgreich beobachten und dokumentieren ausgeführt wird, ist eine systematische Herangehensweise der Schlüssel zum Erfolg.
Nachhaltigkeit beim Anzuchterde selbermachen
Das Anzuchterde selber machen ist nicht nur kostengünstig, sondern auch umweltfreundlich. Indem Sie torffreie Materialien verwenden, schützen Sie wertvolle Moorlandschaften, die zu den wichtigsten CO₂-Speichern unseres Planeten gehören.
Verwenden Sie möglichst lokale und nachhaltig produzierte Zutaten. Eigenkompost ist dabei die ökologischste Komponente. Für die anderen Materialien lohnt es sich, nach nachhaltigen Alternativen zu suchen – beispielsweise Kokosprodukte mit Fairtrade-Siegel oder recycelte Materialien.
Auch die Aufbewahrung kann nachhaltig gestaltet werden: Verwenden Sie wiederverwendbare Behälter statt Plastiktüten. Große Blumentöpfe mit Deckel oder alte Lebensmitteleimer eignen sich hervorragend zur Lagerung.
Die selbstgemachte Anzuchterde kann zudem im nächsten Jahr wiederverwendet werden, wenn Sie sie sterilisieren. Dafür die Erde dünn ausbreiten und im Backofen bei 80°C für 30 Minuten erhitzen, um Krankheitskeime abzutöten.
Fazit: Anzuchterde selbermachen lohnt sich
Das Anzuchterde selber machen ist mehr als nur eine kostensparende Alternative zu kommerziellen Produkten. Es ermöglicht Ihnen vollständige Kontrolle über die Qualität und Zusammensetzung des wichtigsten Startmediums für Ihre Pflanzen. Mit den vorgestellten Grundrezepten und Anpassungsmöglichkeiten können Sie maßgeschneiderte Substrate für alle Pflanzenarten herstellen.
Die selbst hergestellte Anzuchterde fördert nicht nur gesündere und kräftigere Pflanzen, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zum umweltbewussten Gärtnern. Durch den Verzicht auf Torf und die Verwendung nachhaltiger Materialien reduzieren Sie den ökologischen Fußabdruck Ihres Gartens erheblich.
Beginnen Sie mit kleinen Mengen, um Erfahrungen zu sammeln, und passen Sie die Rezepte nach und nach an Ihre Bedürfnisse an. Mit etwas Übung werden Sie bald die Freude erleben, wie Ihre Sämlinge in der selbstgemachten Anzuchterde besonders vital gedeihen – ein Erfolg, der mit jedem Sämling sichtbar wird.
Kompostierbare Anzuchttöpfe sind übrigens die perfekte Ergänzung zu Ihrer selbstgemachten Anzuchterde – so wird der gesamte Anzuchtprozess nachhaltig und umweltfreundlich.
Häufig gestellte Fragen
Welche Grundzutaten brauche ich, um Anzuchterde selber zu machen?
Um hochwertige Anzuchterde selbst herzustellen, benötigen Sie vier bis fünf Grundzutaten, die Sie einfach beschaffen können. Die Basis bildet Kokoserde als torffreie, nachhaltige Alternative. Sie speichert Wasser gut und beugt Pilzbefall vor.
Dazu kommen Perlit oder Vermiculit für die Luftigkeit und Drainage. Beide sind vulkanische Materialien, die das Substrat locker halten. Außerdem benötigen Sie gesiebten Kompost für Nährstoffe und Quarzsand für bessere Drainage.
Eine bewährte Universalmischung besteht aus 3 Teilen Kokoserde, 1 Teil Kompost, 1 Teil Perlit und 1/2 Teil Sand. Zum Mischen empfiehlt sich ein großer Mischkübel oder eine Plane. Die fertige Mischung können Sie in luftdichten Behältern lagern und haben so immer Anzuchterde griffbereit.
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Warum sollte ich Anzuchterde selber machen statt kaufen?
Das Selbermachen von Anzuchterde bietet Ihnen gleich mehrere entscheidende Vorteile. Erstens sparen Sie Geld – besonders wenn Sie regelmäßig aussäen, rentiert sich die Anschaffung von Kokoserde und Perlit in größeren Mengen schnell.
Zweitens schützen Sie die Umwelt, denn kommerzielle Anzuchterde enthält oft Torf, dessen Abbau wertvolle Moore zerstört. Mit selbstgemachter, torffreier Mischung leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Moorschutz. Drittens bestimmen Sie die Qualität selbst – Sie wissen genau, was drin ist, und können die Zusammensetzung perfekt auf verschiedene Pflanzenarten abstimmen.
Für empfindliche Sämlinge können Sie beispielsweise eine leichtere Mischung mit mehr Vermiculit herstellen, während Starkzehrer mehr Kompost benötigen. Die Grundzutaten sind zudem lange haltbar und bei sachgerechter Lagerung in verschließbaren Behältern mehrere Jahre verwendbar.
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Welche Anzuchterde-Mischung eignet sich am besten für Tomaten und Paprika?
Tomaten und Paprika sind Starkzehrer und benötigen eine nährstoffreichere Anzuchterde als die meisten anderen Pflanzen. Eine ideale Mischung besteht aus 2 Teilen Kokoserde, 2 Teilen gut gereiftem Kompost, 1 Teil Vermiculit und 1/2 Teil Sand.
Der höhere Kompostanteil versorgt die Sämlinge länger mit Nährstoffen, sodass sie kräftig wachsen können. Achten Sie darauf, dass Ihr Kompost mindestens ein Jahr alt und vollständig zersetzt ist. Sieben Sie ihn mit einem feinen Sieb, um grobe Stücke zu entfernen.
Als zusätzlichen Boost können Sie 10% Wurmkompost beimischen – dieser ist besonders reich an Mikroorganismen und fördert gesundes Wurzelwachstum. Nach der Keimung können die Sämlinge dann in kompostierbare Töpfe pikiert werden.
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Wie lange ist selbstgemachte Anzuchterde haltbar und wie lagere ich sie richtig?
Selbstgemachte Anzuchterde ist bei richtiger Lagerung bis zu einem Jahr haltbar, manchmal sogar länger. Entscheidend ist die richtige Aufbewahrung: Füllen Sie die Mischung in luftdichte Behälter oder verschließbare Eimer, um Schädlinge fernzuhalten und Feuchtigkeit zu kontrollieren.
Lagern Sie die Behälter an einem kühlen, trockenen Ort – ideal sind Keller, Garage oder Gartenhaus. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und extreme Temperaturschwankungen. Die Erde sollte leicht feucht, aber nicht nass sein. Zu feuchte Lagerung fördert Schimmelbildung, zu trockene macht die Mischung später schwer benetzbar.
Ein praktischer Tipp: Beschriften Sie Ihre Behälter mit Datum und Mischungsverhältnis. So behalten Sie den Überblick über verschiedene Rezepturen. Wenn Sie die Erde im Folgejahr wiederverwenden möchten, können Sie sie im Backofen bei 80°C für 30 Minuten sterilisieren, um Krankheitskeime abzutöten. Mischen Sie dann frisches Perlit und Kompost bei.
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Was kann ich gegen Schimmel auf selbstgemachter Anzuchterde tun?
Schimmel auf Anzuchterde ist ein häufiges Problem, lässt sich aber gut in den Griff bekommen. Vorbeugend sollten Sie den Anteil an strukturgebenden Materialien erhöhen – fügen Sie mehr Perlit oder Sand hinzu, damit die Luftzirkulation verbessert wird.
Eine bewährte Methode ist das Aufbringen einer dünnen Sandschicht auf der Erdoberfläche nach der Aussaat. Diese verhindert, dass sich Feuchtigkeit an der Oberfläche staut. Verwenden Sie dafür feinen Quarzsand.
Achten Sie außerdem auf richtiges Gießverhalten: Lieber seltener, dafür durchdringend gießen. Eine Sprühflasche hilft, die Oberfläche nicht zu durchnässen. Stellen Sie Ihre Anzuchtschalen an einen hellen, luftigen Ort.
Optional können Sie der Mischung auch 5% Holzkohlepulver beimischen – dies absorbiert überschüssige Feuchtigkeit und hemmt Schimmelwachstum natürlich.
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Welche Anzuchterde-Mischung brauche ich für Kräuter wie Basilikum und Thymian?
Kräuter haben sehr unterschiedliche Ansprüche, daher sollten Sie die Mischung entsprechend anpassen. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano bevorzugen ein durchlässigeres, nährstoffärmeres Substrat. Eine ideale Mischung besteht aus 3 Teilen Kokoserde, nur 1/2 Teil Kompost, 1 Teil Sand und 1/2 Teil Perlit.
Für Basilikum, Petersilie und Schnittlauch können Sie die Universalmischung verwenden, da diese Kräuter etwas mehr Nährstoffe vertragen. Der höhere Sandanteil bei mediterranen Kräutern verhindert Staunässe, die diese Pflanzen besonders schlecht vertragen.
Ein praktischer Tipp: Verwenden Sie kleine Anzuchttöpfe für Kräuter, da diese meist einzeln ausgesät werden. Anzuchtsets mit Beschriftung helfen, verschiedene Kräutersorten auseinanderzuhalten. Achten Sie bei der Keimung auf gute Belüftung – eine belüftbare Anzuchthaube ist ideal.
Kann ich normale Gartenerde für die Anzucht verwenden oder muss es spezielle Anzuchterde sein?
Nein, normale Gartenerde ist für die Anzucht nicht geeignet und kann sogar schädlich sein. Gartenerde ist meist zu schwer, verdichtet sich schnell und behindert die zarten Wurzeln der Keimlinge. Außerdem enthält sie oft Unkrautsamen, Schädlingseier und Krankheitserreger, die junge Sämlinge gefährden.
Anzuchterde muss bestimmte Eigenschaften haben: Sie sollte sehr locker und luftig sein, damit die feinen Wurzeln leicht eindringen können. Genau das erreichen Sie mit Kokoserde und Perlit. Außerdem sollte sie nährstoffarm sein – zu viele Nährstoffe können Keimlinge verbrennen.
Wenn Sie unbedingt Gartenerde verwenden möchten, sterilisieren Sie diese zunächst im Backofen (80°C, 30 Minuten) und mischen Sie sie dann maximal zu 20% mit Vermiculit, Sand und Kokoserde. Deutlich einfacher und erfolgreicher ist jedoch eine selbstgemachte Anzuchterde nach den vorgestellten Rezepten. Ein Bodenthermometer hilft beim Sterilisieren.
Brauche ich für Sukkulenten und Kakteen eine andere Anzuchterde-Mischung?
Ja, unbedingt! Sukkulenten und Kakteen benötigen eine sehr durchlässige, magere Anzuchterde, die sich deutlich von der Standardmischung unterscheidet. Diese Pflanzen stammen aus trockenen Regionen und sind an nährstoffarme Böden angepasst. Staunässe ist ihr größter Feind.
Die ideale Mischung besteht aus 2 Teilen Kokoserde, 2 Teilen grobem Sand oder feinem Kies und 1 Teil Perlit. Kompost sollten Sie nur sehr sparsam verwenden – maximal 1/4 Teil gut gereiften Kompost.
Für noch bessere Drainage können Sie zusätzlich Bims oder Lavagranulat beimischen. Diese mineralischen Zusätze speichern wenig Wasser und verhindern Wurzelfäule. Verwenden Sie für die Aussaat flache Anzuchtschalen mit guten Drainagelöchern.
Was ist der Unterschied zwischen Perlit und Vermiculit in der Anzuchterde?
Obwohl beide vulkanischen Ursprungs sind und ähnlich aussehen, haben Perlit und Vermiculit unterschiedliche Eigenschaften, die sie für verschiedene Zwecke geeignet machen. Perlit ist ein erhitztes vulkanisches Glas, das sehr leicht ist und kaum Wasser speichert. Es sorgt vor allem für Luftigkeit und Drainage im Substrat.
Vermiculit hingegen ist ein Tonmineral, das deutlich mehr Wasser und Nährstoffe speichern kann. Es quillt beim Erhitzen auf und bildet schichtartige Strukturen, die wie kleine Schwämme funktionieren. Vermiculit hilft, ein gleichmäßiges Feuchtigkeitsniveau zu halten.
Wann verwenden Sie was? Für mediterrane Kräuter und Sukkulenten, die Trockenheit bevorzugen, ist Perlit besser geeignet. Für feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Tomaten oder Salat empfiehlt sich Vermiculit. In einer Universalmischung können Sie beide kombinieren oder je nach Verfügbarkeit austauschen. Beide Materialien sind günstig in größeren Gebinden erhältlich und lange haltbar.
Wie erkenne ich, ob meine selbstgemachte Anzuchterde die richtige Feuchtigkeit hat?
Die richtige Feuchtigkeit ist entscheidend für erfolgreiche Keimung. Zu nass führt zu Schimmel und Wurzelfäule, zu trocken verhindert die Keimung. Der einfachste Test ist die Druckprobe: Nehmen Sie eine Handvoll Ihrer Anzuchterde und drücken Sie sie fest zusammen.
Optimal ist die Feuchtigkeit, wenn: Die Erde einen lockeren Ballen formt, der bei leichtem Druck wieder auseinanderfällt. Es sollten keine Wassertropfen austreten, aber die Erde sollte sich deutlich feucht anfühlen. Wenn die Erde nicht zusammenhält, ist sie zu trocken. Wenn Wasser austritt, ist sie zu nass.
Zum Anfeuchten verwenden Sie am besten eine Sprühflasche oder eine Gießkanne mit feiner Brause. Mischen Sie die Kokoserde zunächst separat mit Wasser, bevor Sie andere Zutaten hinzufügen – so verteilt sich die Feuchtigkeit gleichmäßiger.
Ein Feuchtigkeitsmesser kann Ihnen bei der Überwachung helfen, besonders wenn Sie größere Mengen Anzuchterde vorbereiten.